Von Mücken, Elefanten und der Macht in den Händen
| Konzeption, Text, Regie | Bernhard Herbordt, Melanie Mohren |
| Komposition | Hannes Galette Seidl |
| Ausstattung | Anike Sedello |
| Dirigent | Christopher Sprengler |
| Elektronik | Sebastién Roux |
| Licht | Helmut Bolik |
| Dramaturgie | Thomas Witzmann |
| Besetzung | 1 Sängerin, 2 Schauspieler, 1 Performer, 4 Instrumentalsolisten, Live-Elektroniker |
Einer hört nicht auf zu reden, um den Lauf der Dinge aufzuhalten. Ein anderer regiert Orkane mit seinen Blicken. Noch einer entdeckt unerforschtes Neuland. Sie streiten sich darum, wie man aus dem was es gibt, etwas machen kann was es noch nicht gibt. Im Schleier all ihrer leicht zusammengekniffenen Augen werden Konturen zu Schemen und diese Schemen zu Beweisen einer Zeit neben der Zeit, einer Vorstellung hinter der Welt oder davor - einer von vielen. Zwischen Musik und Theater, Geräusch und Klang, Mücken und Elefanten ist Macht nichts als die Grenze zwischen einer Vorstellungswelt und der nächsten. Dort nämlich, wo Mücken zu Elefanten werden, wo eingebildete Armeen und erfundene Abenteurer gemeinsam vermeintliches Neuland entdecken, gehen die Halluzinationen der Paranoiker mit machtvollen Inszenierungsformen in eins. Dort könnten die grauen Zentren der Macht zu finden sein, ihr Geheimnis und ihr immer abwesender Grund.
Von Mücken, Elefanten und der Macht in den Händen ist ein Spiel um Macht und ihren Verlust. Die Macht in den Händen der Instrumentalisten paart das intime Verführen des Instrumentes mit der Macht am Lautstärkeregler. Ein Spiel um die Grenzen von Musik und Theater - ein Spiel von Mücken, Elefanten und anderen (ohn-)mächtigen Verwandlungen.
Von Mücken, Elefanten und der Macht in den Händen entsteht im Rahmen des Fonds Experimentelles Musiktheater, einer Initiative von NRWKULTURsekretariat und Kunststiftung NRW zur Schaffung neuer Impulse zukünftiger Opern- und Theaterarbeit. Durch den Fonds werden in Kooperation mit NRW-Bühnen Projekte initiiert, die das Verhältnis von Musik und Theater beleuchten und unter Einbeziehung von Komponenten aus Musiktheater, Schauspiel und Bildender Kunst in neuen Darstellungsformen erfahrbar machen. Von besonderer Bedeutung für Von Mücken, Elefanten und der Macht in den Händen ist der gemeinsame Entwicklungsprozess von Komposition, Text und Regie durch Hannes G. Seidl und Herbordt/ Mohren.
"Licht aus. – Was das alles bedeutet? Eine gute Frage. Sie bleibt offen. Offenkundig ist nur die Poesie, die von diesem dahingehauchten, zeichenhaften Musiktheater ausgeht. Noch im Nachklang wird sie gespürt."
(Georg Beck, nmz 2008/04)
In Koproduktion mit Theater Bonn, Fonds experimentelles Musiktheater, eine Initiative des NRWKULTURsekretariats und der Kunststiftung NRW Gefördert durch Beethovenstiftung Bonn mit freundlicher Unterstützung Kampnagel Hamburg und ZKM Karlsruhe